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Fälle Navigation im Unbewussten

„Posttraumatische Belastungsstörung“

  

Ein russischer Offizier war vor 3 Jahren im Tschetschenien-Krieg mit seinen Begleitern in einen Hinterhalt geraten, alle Begleiter waren getötet worden. Er hatte unter 2 toten Kameraden gelegen und blieb unverletzt. Vor einigen Monaten war er nach St. Petersburg verlegt worden. Er sprach selten,  stierte nur vor sich hin und erkannte seine Frau und seine Kinder nicht mehr.

Als ich in sein Zimmer kam, hatte er einen Teller mit belegten Broten vor sich. Er aß davon ohne die Hände zu benutzen. Ich sah ihm eine Zeit lang zu, dabei reagierte er aggressiv auf mich, fletschte die Zähne und trat unter dem Tisch nach mir. Ich stand auf und fragte, ob er Wölfe kenne. Mitten in der Bewegung erstarrte er und sagte ins leere blickend „Ja“. Ich erwiderte, dass sich Wölfe so benähmen wie er. Dabei merkte ich helle Freude in ihm. Ich legte nach und versicherte ihm, ich würde ihn jetzt nur noch Wolf nennen. Er stand auf, nahm meine Hand und sagte „Mein Freund“. Ich erwiderte ihm,, dass er tapfer und wild wie ein Wolf sei. Er sah mir in die Augen und stöhnte : „Es war fürchterlich“. Ich erwiderte „Sie waren Dein Rudel.“ Jetzt brach er in Tränen aus und weinte „Alle tot, alle tot“. Ich bat ihn seine Uniform anzuziehen, damit wir ins Offizierskasino gehen könnten. Er sprang einen Schritt zurück und schrie: „Kein Kasino“. Ich ahnte, dass er sich schämte Offizieren zu begegnen, die den Fall kannten. Ich öffnete den Schrank, deutete auf seine Uniform und sagte „Alles heile“. Er nahm die Jacke, befühlte und wendete in den Händen und fragte  „Und die Orden ?“ „Behältst du alle“ – ich war auf der richtigen Spur. Am nächsten Tag gingen wir zusammen ins Kasino – mit jedem Schritt gewann er an Selbstsicherheit, gleichzeitig benahm er sich unauffälliger. Wir tranken Kaffee und ich sagte, dass es hier besser sei als im Krankenzimmer. Er pflichtete mir bei und wir trafen uns nach 2 Tagen wieder dort. Er war rasiert und er trug seine Ordenspange. Ich hatte überlegt wie ich die Schrecksituation noch einmal in ihm aufrufen konnte und hatte mir dazu ein Gasfeuerzeug eingesteckt und die Flamme auf „Maximal groß“ gestellt. Ich tat als wollte ich mir eine Zigarette anzünden, die Flamme zischte hoch – er sprang auf und stierte auf die Flamme. Als ich die Flamme ausmachte, beruhigte er sich. „Du Hundesohn“, sagte er „mir solchen Schrecken einzujagen“. „Und jetzt komm ins Leben zurück, Wolf“, sagte ich. „Sind sie begraben worden? “ fragte er. Ich nickte. „Ich war für alle verantwortlich“ meinte er. Ich sah ihn an „Krieg kann schrecklich sein – Du wärst fast selbst draufgegangen.“ Wieder befühlte er die Uniform. „Wer hat den Bericht über den Einsatz geschrieben?“ fragte er. Ich wusste es nicht, aber die Kollegen telefonierten noch am gleichen Tag mit seiner Einheit. Dort war man froh von ihm zu hören. Der Bericht wies ihm keinerlei Schuld zu. Er genas ohne weitere Behandlung.

 

Multiple Persönlichkeitsstörung

  

Die Mutter einer gleichaltrigen Bekannten rief mich an, ihre Tochter sei in einer geschlossenen Abteilung in der Psychiatrie – ob ich mit ihr reden könne. Ich setzte mich mit der Tochter in den Aufenthaltsraum der Station. Sie wusste, dass ich sie besuchen käme und brachte eine Mappe mit Zeichnungen mit, die sie mir ohne eine Begrüßung oder Vorrede hinlegte. Die Mappe enthielt die von ihr zu Papier gebrachten „in ihrem Kopf lebenden Personen“. Es waren 7 Gesichter mit unterschiedlichen auffälligen Kopfbedeckungen. Alle Gesichter sahen aus wie aus einem Science-Fiction-Film. Die Stimmen in ihrem Kopf wechselten ständig und sie verlieh dem Ausdruck durch Veränderung der Tonlage, Mimik und Gestik. Sie war sich bei jedem Wechsel bewusst, welches der Science-Fiction-Gesichter gerade sprach. Ich fragte sie, ob sie auch eine eigene Stimme habe. Sie schüttelte den Kopf und ich erklärte ihr, dass eine eigene Stimme wichtig sei. Sie wurde ganz fahrig und begann stark zu schwitzen, starrte in eine Zimmerecke und hauchte „Ich hab Angst“. Auf meine Frage hin meinte sein „Vor dem grauenhaften Wesen da in der Ecke“. Ich sagte ihr, ich würde sie bei der Hand nehmen und mit ihr zusammen in die Ecke gehen – das sei ganz harmlos. Darauf wechselte sie die Stimme – ganz dunkel und fauchend sagte sie „Und jetzt zeig ich Dir , was hier harmlos ist.“ Ich sprach jetzt nicht mehr sie an, sondern ließ mich auf die Stimme ein, deren Konterfei nur mit schwarz und dunkelblau gezeichnet in der Mappe war.  Ich sah die Frau an und forderte sie auf mich anzusehen. Dabei sagte ich „Ich mach dich fertig.“ Sofort sprang die Stimme in eine helle Frauenstimme um. Die Stimme gehörte zu dem Gesicht in der Mappe das sie als „Meine Mutter“ bezeichnete. Ich sagte, dass ich ihre Tochter herausholen würde. Die Stimme wurde hysterisch und meinte immer wieder „Auf gar keinen Fall – sie ist eine Mörderin“. Ich ging auch darauf ein: „Sie wurde freigesprochen“ – „Sie wissen das?“ – ich sagte „Es ist besser wenn Sie jetzt gehen“. Mein Gegenüber war jetzt klatschnass geschwitzt und drohte vom Stuhl zu fallen. Wir beendeten das Coaching für heute. Nach ein paar Tagen rief die Mutter mich an, die Mappe ihrer Tochter enthalte nur noch 5 Gesichter und Panikattacken seien nicht mehr aufgetreten. Nach 8 Tagen besuchten mich Mutter und Tochter. Die Tochter war nun auffälliger als bei der letzten Begegnung, sie schnüffelte durch die Nase und schien überall dran riechen zu wollen. Ich sprach sie bei jedem Satz mit ihrem Vornamen an. Wenn sie antwortete fragte ich jedes Mal „ Und das ist Deine Stimme?“ Fast immer kam die Antwort „Nein“. Bis zum Ende des Treffens siezte ich jede ihrer fremden Stimmen bis sich gegen Ende die Bekannte selbst meldete. Sofort war die alte Vertrautheit die wir früher hatten da. „Meinst Du, dass ich noch mal herauskomme?“ Ich sagte, dass ich mir da sicher sei. Beim nächsten Besuch begann sie damit, dass jetzt öfter die Mutter Gottes aus ihr spräche. Ich sagte, dass das ja schon die halbe Miete sei, denn die würde sie bestimmt heile machen. Das gefiel meiner Bekannten so gut, dass sie immer wieder ins Lachen verfiel. Zum Schluss meinte sie „ Darf die Mutter Gottes denn bleiben?“ „Na klar,“ sagte ich. Sie kam ganz nahe und flüsterte „Keiner weiß natürlich, dass ich eine Heilige bin“. Ich versprach ihr es niemandem weiter zu sagen. Nach 4 Wochen kam nur noch die Mutter Gottes und meine Bekannte wurde entlassen. Ich weiß nicht was draus geworden ist, sie hatte jedoch ihre Arbeit als Stationsschwester wieder aufgenommen.  

 

 Down-Syndrom und beginnende Pubertät

  

Eine Mitarbeiterin hatte einen 14-jährrigen Sohn mit Down-Syndrom. Der Junge sollte jetzt hospitalisiert werden, weil er seit ein paar Wochen Phasen mit großer Aggressivität hatte die mit schweren Depressionen wechselten. Als ich ihn das erste Mal sah, wendete er sich demonstrativ von mir ab und ließ sich nicht ansprechen. Ich versuchte mehrmals in Kontakt zu kommen, jedoch ohne Erfolg. Als seine Mutter hereinkam, lief er auf sie zu und umarmte sie. Sie hatte einen neuen Lebensgefährten und das war für den Jungen unerträglich. Seinen Vater kannte er nicht. Die bisherige Kindheit war problemlos verlaufen. Er ging in eine Sonderschule. Der neue Lebensgefährte kam nicht mehr in die Wohnung der Mitarbeiterin, wenn ihr Sohn da war. Leon hatte ihn zweimal mit einer Gabel angegriffen und gesagt, dass er ihn töten wolle. Er merkte sofort wenn die Mutter sich mit dem Neuen getroffen hatte.

Zwei Tage später besuchte ich Leon ein zweites Mal. Er sprach mich diesmal sofort an und fragte wie ich seine Mutter fände. Ich antwortete „Ganz nett“. – Er lief sofort in die Küche,  kam mit einer Kuchengabel zurück und versuchte nach mir zu stechen. Ich wich aus, stellte mich hinter einen Schreibtisch und sagte kein Wort. „Du kannst ja um sie kämpfen“, brüllte er mich an. Als ich „Ich will sie doch gar nicht“, gesagt hatte, schob er die Gabel über den Tisch und meinte „Sie ist auch nichts wert.“ Ich ging aus dem Zimmer und er kam hinter mir her. „Sie ist nichts wert, aber sie gehört mir auch gar nicht“, sagte er wütend. „Und wem gehörst Du?“ fragte ich gespannt. „Höchstens meinem Opa“, sagte er mit kindlichem Gesicht. Ich wusste dass der Opa auf der gleichen Straße wohnte und fragte „Sollen wir ihn fragen, ob er herkommt?“ Leons Augen leuchteten und er konnte kaum abwarten bis der alte Herr da war. Leon setzte sich gleich auf seinen Schoß und versicherte ihm, dass er ja dem Opa gehöre. Man merkte, dass die beiden ein Herz und eine Seele waren. Ohne mich rückversichert zu haben, fragte ich Leon ob er beim Opa schlafen möchte. Der Alte machte ein zufriedenes Gesicht und Leon strahlte. Er durfte nun wirklich zwei Nächte bei seinem Opa schlafen. In diesen 48 Std. kam es zu keinem aggressivem Verhalten und keiner depressiven Phase. Leon wechselte ab jetzt zwischen den beiden Haushalten und blieb unauffällig.  

Down-Syndrom    - Liebesverhältnis-

  

Sergej hatte das Down-Syndrom und war von seinen Verwandten nach dem Tod seiner Mutter in ein Behindertenheim gebracht worden. Diese große Veränderung hatte er ohne Probleme überstanden. Er lebte jetzt seit 10 Jahren dort, hatte ein eigenes Zimmer und arbeitete in der Behindertenwerkstatt. Dort hatte er sich vor Kurzem in eine zwei Jahre ältere Frau die auch am Down-Syndrom litt verliebt. Beide betrachteten sich als Paar und offensichtlich hatten sie Geschlechtsverkehr. Das Behindertenheim war in heller Aufregung. Man trennte die beiden – Sergej lief weg. Nach 3 Tagen kam er halb verhungert und halb erfroren zurück. Wieder auf seinem Zimmer zeigte er deutlichen Hospitalismus. Seine Freundin durfte er nicht mehr sehen. Ich fand Sergej auf dem Fußboden sitzend, seinen Oberkörper monoton vor und zurück schaukelnd. Als ich ihn ansprach, schien er mich nicht zu hören. Ich setzte mich neben ihn, so dass unsere Schultern sich, wenn er nach vorn wippte, berührten. Nach der zweiten Berührung hörte er auf. Ich fragten ihn, ob er schon gegessen habe. Obwohl er regelmäßig versorgt wurde, schüttelte er den Kopf. Ich holte Kekse und Kaffee. Er wollte jedoch nur essen, wenn ich auch äße. Ich nahm seine Tasse, trank einen Schluck,  aß einen Keks und fragte, wo Angelika sei. Er beugte sich weit nach vorn, kam mit seinem Gesicht ganz nahe und sagte “Ich darf sie nicht mehr bei mir haben. Mir waren die Zusammenhänge des Falls klar. Ich sprach ihn auf ihre sexuelle Beziehung an und er meinte “Wir sind erwachsen.“  Ich erklärte, dass andere das Problem sähen, dass sie Kinder bekommen könnten. Er war dem aufgeschlossen. Ich deutete die Möglichkeit der Verhütung mittels Monatsspritze an und bat, seine Freundin zu uns zu bringen. Ich glaube, dass ich relativ hart gesotten bin, aber das Wiedersehen der beiden trieb mir fast die Tränen in die Augen.

Allen Beteiligten war klar, was zu tun war.

Heute leben beide in einer eigenen Wohnung und werden alle zwei Tage betreut.